Kunststoffprodukte von der Idee bis zum fertigen Produkt.

Alles unter einem Dach.

emano will Produkte weiter veredeln – Nordkurier berichtet

Wasserrucksack als Beispiel für Trinkwasserbehälter

„Damit haben wir eine echte Chance im Wettbewerb.“

Die Firma aus Teterow setzt auf Flexibilität und Vielseitigkeit, um am Markt zu bestehen. Politiker suchen das Gespräch mit hiesigen Unternehmern.

VON SIMONE PAGENKOPF

TETEROW.
Zwei Dinge führt Hubert Börger ins Feld. Mit eigener Konstruktion und Werkzeugbau sei sein Unternehmen, die emano Kunststofftechnik GmbH, unabhängig und flexibel. „Wenn ein Kunde mit einer Idee kommt, hat er in vier bis sechs Wochen das fertige Produkt. Damit haben wir eine echte Chance im Wettbewerb.“ Und die Vielseitigkeit befördere das. Der mittelständische Unternehmer aus Teterow zieht einen blauen Kunststoffbehälter heran. „Ein Wasserrucksack“, erklärt er, „entwickelt mit der Uni Karlsruhe.“ Das heißt, von dort kommt der Filter, über den verschmutztes Wasser gereinigt wird, so dass es trinkbar ist, aus Teterow kommt die Hülle. Der Wasserrucksack ist für Katastrophengebiete gedacht. Nach Norwegen gehen indes zu Tausenden Holzstapelkisten. Eine ganze Palette an Tanks wird produziert, Schwimmkörper, die Innenausstattung fürs Dixi-Klo, aber auch Teile für Spiellandschaften speziell für McDonald’s bis hin zu Figuren wie etwa Köpfe fürs Drachenboot, um nur einige Beispiele zu nennen. „Wir stellen jede Woche ein neues Werkzeug her“, zeigt Hubert Börger auf. Und ist dabei, den nächsten Schritt zu machen. „Wir sind dabei, die Produkte auch weiter zu veredeln.“ Am Beispiel einer Reinigungsmaschine macht er das fest. „Wir fahren heute die Teile nach Ungarn und Italien, wo die Technik eingebaut wird. Dann geht alles nach Dänemark und wird von dort verteilt. Das ist Irrsinn.“ Die Maschinen können auch komplett aus Teterow geliefert werden. „Wir sind dabei, unsere Produktions- und Lagerfläche zu verdoppeln, um dem gerecht zu werden.“

Gerade führte er eine Delegation durch sein Unternehmen. Der Europaabgeordnete Helmut Scholz (Die Linke) war dabei, ebenso die Direktkandidatin für den Landtag Karin Schmidt und Landratskandidat Christoph Küsters. Sie waren auf Tour durch den Landkreis Güstrow und suchten in Teterow das Gespräch mit Unternehmern. So eindrucksvoll die Betriebsführung war und das Bild hiesigen Mittelstandes, der national und international agiert, wie auch Mathias Hehmann, Inhaber von Agens Energie, oder Hans-Jürgen Fink mit seinem Elektro-Schaltanlagenbau aufzeigten, Probleme wurden nicht unter den Tisch gekehrt. Gravierend: der Mangel an Arbeitskräften. „Wir haben immer um die vier bis sechs Lehrlinge gehabt. Zurzeit sind es nur zwei, weil einfach keine Bewerbungen da sind“, sagt Hubert Börger. Hans-Jürgen Fink kann das nur bestätigen: „Früher hatten wir 20 Bewerbungen, jetzt sind es null. Das ist ein Riesenproblem für uns. Außerdem ist gerade mathematisches, logisches Denken bei uns wichtig, da kann ich keinen einsetzen, der in Mathe und Physik mit einer Drei oder Vier kommt.“ Wenn es um Erwartungen an die Politik geht, nach denen der Europa- Politiker fragte, setzen die Unternehmer gleich beim Bildungssystem an, das ihrer Meinung nach nicht Ländersache, sondern einheitlich sein sollte. Sie stimmen einer Politik der Öffnung zu, denn „wenn es hier keine Ingenieure gibt, müssen wir sie uns holen“.

Wobei sie bei einem nächsten Knackpunkt angelangt sind:
„Nur mit der Entlohnung kriegen wir auch Leute.“ „Das Hauptproblem auch für uns im Bau ist, dass zu viele junge Leute nach der Lehre weggehen. Weil sie zum Beispiel in Hamburg mehr verdienen. Baupreise sind im Westen besser“, macht Ernst März, der in Teterow eine Tief- und Straßenbaufirma hat, deutlich. „Ansonsten ist Arbeit da. Ich glaube, dass alle Betriebe ganz gut zu tun haben. Das war andere Jahre auch nicht so“, fügt er hinzu. Um Leute zu halten, sprechen die Unternehmer auch davon, Anreize zu schaffen. Etwa mit Prämien. Aber gerade die seien kein Anreiz mehr, weil unterm Strich für den Einzelnen ja kaum etwas übrig bleibe. Einig ist sich die Runde, dass die Zwangsmitgliedschaft in IHK und Handwerkskammer abgeschafft werden müsste. „Ich würde das Geld sofort meinen Leuten geben“, bemerkt Hubert Börger.



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